DIE TURNFAHRT 2018 IM SCHWARZENBURGER LAND

 

In diesem Jahr haben sich 27 Männer für die Turnfahrt eingeschrieben und es sind auch 27 gekommen. Also keine Absagen. 27 das sind zwei mehr als 2017 und es tönt noch viel besser, wenn dies in Prozentzahlen ausgedrückt wird. Das ergibt ganze acht Prozent  mehr. Einige der Teilnehmer mussten früh aus den Federn, denn sie fuhren mit Herta an die deutsche Grenze, weil der Bus das Schweizer Hoheitsgebiet nicht ohne Passagiere überqueren sollte. Vielen Dank für die Opferbereitschaft.

 

Um halb acht war Abfahrtszeit. Dies geschah wie immer problemlos, da alle Teilnehmer pünktlich erschienen sind. Unser erstes Tagesziel war die Schwarzwasserbrücke unweit von Schwarzenburg. Vorher begrüsste Werner alle Anwesenden im Bus und wünschte allen  zwei schöne und interessante Tage. Auch der Schreibende unternahm einen Versuch, eine Kurzinformation über unsere Zielregion zu vermitteln. Doch leider hatte er seine Lesebrille nicht dabei und so verlief die Information etwas chaotischer als ursprünglich gedacht. Sorry. Zurück zur Brücke: sie wurde 65 Meter über dem Fluss errichtet. Eine eindrückliche Höhe, wenn man oben steht und zum Fluss hinunter schaut, der leider nach diesem heissen und trockenen Sommer zu einem Rinnsal mutierte. Bei dieser Brücke lud uns Fredy Meier zum obligaten Kaffee + Gipfeli ein. Er feierte an diesem Tag seinen 82. Geburtstag. Alles Gute auch an dieser Stelle und mach weiter so wie bisher, Fredy. Herzlichen Dank.

 

Nach diesem Halt ging es mit dem Bus weiter. Anschliessend bildeten sich zwei Gruppen: die Sportler: sie bestiegen von Guggisberg aus das 160 Meter über dem Dorf stehenden Guggershörnli zusammen mit Werner.


Felix Heimgartner rutschte beim Abstieg vom Guggershörnli aus und verletzte sich am Bein. Glücklicherweise keine allzu grosse Wunde, sodass Felix am Zweitägigen weiter teilnehmen konnte. Die andere Gruppe – die weniger Mutigen zusammen mit dem Schreibenden - sie stiegen bereits in Kalchstätten aus dem Bus und wanderten gemütlich nach Im Sand (+ 80 Meter) zum „Milchhüsli“, wo sich beide Gruppen um ca. 11 Uhr zusammen zum Apéro einfanden. 


Dort fehlten noch ca. 10 Minuten Gehweg bis zum Restaurant Sternen in Guggisberg, wo uns ein gemischter Salat, Schweinsragout vom Besten, Nüdeli oder Kartoffelstock erwarteten.


Kurz vor drei Uhr empfing uns Frau  Aebischer und erzählte uns von der glücklosen Liebesgeschichte zwischen dem Vreneli von Guggisberg und dem Hansjoggeli „vo änet dem Bärg“. Diese Legende wurde bekanntlich vertont und gehört heute zur Schweizer Folklore. Auch über die Gegend und besonders über Guggisberg erhielten wir viel Auskunft und beim Gang durch das kleine aber mit viel Liebe gestaltete Museum musste man immer wieder staunen mit welch einfachen Mitteln früher so viel Schönes erschaffen wurde.

 

Nach dem Besuch fuhren die einen mit dem Bus nach Riedstätt wo genügend Zeit zum Jassen vorhanden war;


die andere Gruppe wanderte von Guggisberg abwärts nach Riedstätt


und kurz vor 5 Uhr brachte der Bus beide Gruppen nach Schwarzenburg, wo im Hotel Sonne das Abendessen serviert wurde. Dort verbrachten wir auch die Nacht. Allerdings mussten drei von uns, sowie Thomas, unser Chauffeur, aus Platzgründen in einem anderen Hotel übernachten, unweit von der „Sonne“. Beim Abendessen waren alle wieder in der Sonne, wo das Risotto besonders gut geschmeckt hatte.

 

Nach dem Essen machte Werner eine Retrospektive über all die Turnfahrten, die ab 1983 durchgeführt wurden. Es war eine gute Idee, die unter dem Motto lief „Weisch no?“. Jeder konnte sich mit dem einen oder andern dieser Events identifizieren oder er wurde erinnert, dass wir vor allem in den 80er Jahren noch über sehr viel mehr Energie und Fantasie verfügt hatten als heute. Wenn ich nur daran denke, was Giacomo auf der berühmt-berüchtigten Velofahrt, die uns via Deutschland ins Elsass führte, alles erdulden musste. Wir wurden an  jüngere Zeiten erinnert und auch an dieser Stelle möchte ich Werner Danke schön sagen für die gelungene Zusammenfassung für die er tüchtig recherchieren musste. Der erste Tag wettermässig bedeckt und eher trüb aber praktisch ohne Regen näherte sich dem Ende.

 

Bereits am Morgen des zweiten Tages schien die Sonne. Nach einem feinen Frühstück machten wir uns mit dem Bus auf die Reise ins Gantrisch-Gebiet. Über Guggisberg, Riffenmatt, Schwarzenbühl führte uns Thomas zum grossen Parkplatz in Süftenen. Es stieg beachtlich, denn hier oben gab der Höhenmesser 1550 Meter an. Es war auch echt kalt, so schätzungsweise um 5°, was nach diesem Sommer bereits als winterlich empfunden wurde. Ein Gruppenfoto wurde hier oben geschossen und gleich danach wurde mit dem Wandern begonnen. Es formierten sich wieder zwei Gruppen.

 

Die eine mit Werner machte erst einmal einen Abstecher zum Restaurant Panorama, das sich auf dem Weg zur Pfyffe befindet und wanderte dann später auf dem Fussweg direkt   nach Ottenleuebad zu unserem Mittagsziel. Die andere mit dem Schreibenden stieg hinauf auf die Pfyffe, (1660M), einem  Aussichtspunkt, von wo aus das ganze Mittelland im Norden und das Gantrisch-Massiv im Süden zu sehen sind. Wir hatten noch einigermassen Glück, denn trotz vieler Nebelschwaden, die uns immer begleiteten, öffnete sich von Zeit zu Zeit ein Sonnenfenster. Der Weg auf die Pfyffe, den wir beschritten, wurde nach dem Lothar-Sturm von Dezember 1999 gebaut. Sein Name „Gäggersteg“. Das ganze Gebiet wurde vom Sturm seinerzeit kahl geschlagen. Danach entstand dieser neue Weg, ein Holzsteg, der uns die Verwüstungen heute noch vor Augen führt. Nach einem kurzen Halt für den Apéro bereits auf dem Abstieg, sind wir bald zur anderen  Gruppe gestossen. Von dort bewegten wir uns alle in Richtung Ottenleuebad, wo wir von der Familie Hasler zum Mittagessen erwartet wurden.



Die Haslers sind echte Idealisten. Sie führen dieses Haus seit vielen Jahren, aber jetzt haben sie genug und wollen sich zur Ruhe setzen. Gegessen haben wir sehr gut. Es gab Rindsschmorbraten mit Spätzli und Gemüsen. Wer die Abgeschiedenheit liebt, lebt gut in Ottenleuebad. Es gibt hier nur wenige Häuser und sonst pure Natur wohin das Auge reicht.

 

 

 

 

Um 15 Uhr sind wir mit dem Bus wieder weitergefahren. Das Wetter wurde immer schöner und klarer. Thomas, der hier sein ganzes Können am Steuer abrufen musste, führte uns sicher durch die kurvenreiche Strasse via Gurnigel, Gurnigelbad, Riggisberg. Unterwegs zeigten sich noch die drei höchsten Berner genannt Eiger, Mönch und Jungfrau, manchmal auch begleitet von der Blümlisalp. Alle hatten Neuschnee bekommen und leuchteten besonders intensiv aus dem blauen Himmel. Unserem vorletzten Ziel, dem Landgasthof Thalgut, direkt an der Aare gelegen, näherten wir uns immer mehr.

Dort gab es noch ein kleines Zvieri in einem angenehmen Rahmen. Um etwa 17 Uhr fuhren wir über die Autobahn nach Hause, wo wir gegen 18.30 Uhr eintrafen. Damit war die Turnfahrt 2018 bereits Geschichte.

Ich glaube sagen zu können, dass diese Turnfahrt gut gelungen ist. Es freut mich auch festzustellen, dass keiner ernsthaft verletzt wurde. Besonders toll finde ich, dass Ueli Eschbach sich entschlossen hatte bei dieser Turnfahrt mitzumachen trotz seines gesundheitlichen Problems. Bedanken möchte ich mich besonders bei Werner für seine Mithilfe und Mitgestaltung,

Rolf für die Fotos, die er immer schiesst und auf die wir alle gespannt sind, sowie an alle, die auf irgendeine Weise mitgeholfen haben, diese Turnfahrt zum Erfolg zu bringen.

 

Willy Lützelschwab